Nationentreffen in Bremen

Standard und Latein

Nationentreffen in Bremen

Dance Sport Festival – Volles Haus

Am letzten Tag können sich die Besucher des Dance Sport Festivals erneut auf internationale Festivalatmosphäre freuen. Die knapp 1200 Aktiven vertreten mit Deutschland 43 Nationen. Mit Paaren aus 15 Bundesländern ist auch die gesamtdeutsche Beteiligung hervorragend. Nachdem am Samstagabend der WM-Titel der Junioren II Latein zum vierten Mal in Folge nach Bremen vergeben wurde, geht es heute mit der WM Solo Latein sowie acht internationalen und neun rein deutschen Turnieren weiter.

DSF-WM-Gold erneut für Italien

Jasmin Beck Foto: vh

Die noch recht junge Tanzsportdisziplin „Solo Latein“ beendete am Sonntag den Weltmeisterreigen beim Dance Sport Festival in Bremen. Bereits im Vorjahr hatten sich die internationalen Solistinnen in Bremen ein Stelldichein gegeben. In diesem Jahr jedoch war die deutsche Beteiligung eher mager. Lediglich sechs deutsche Tänzerinnen (im Vorjahr waren es noch zwölf gewesen) stellten sich dem internationalen Vergleich. Für fünf von ihnen kam in der dritten Runde das Aus. Als beste deutsche Tänzerin erreichte Jasmin Beck das Semifinale, das sie auf dem neunten Platz beendete.

Tänzerinnen aus lediglich noch zwei Nationen präsentierten sich im WM-Finale. Rosa Granato konnte ihren Weltmeistertitel vom Vorjahr erfolgreich verteidigen. Die erst im März des Jahres gekürte Europameisterin nahm damit eine zweite WM-Medaille mit nach Italien. Die Silbermedaille trat ihre Reise nach Vietnam an. Uyen Trong Nguyen hatte sich bereits 2025 die WM-Bronzemedaille beim DSF ertanzt und verbesserte sich mit ihrem Ergebnis vom Sonntag um einen Platz. Das WM-Bronzemetall wurde ebenfalls nach Vietnam vergeben: Ngoc Hoang Nguyen tanzte am letzten DSF-Tag zum ersten Mal in Deutschland auf internationalem Parkett, setzte sich sofort bis ins Finale durch und belegte Rang drei.

WDSF Weltmeisterschaft Solo Latin Female (81)
1. Rosa Granato, Italien (5)
2. Uyen Trong Nguyen, Vietnam (10)
3. Ngoc Hoang Nguyen, Vietnam (16)
4. Erika Zuza, Italien (19)
5. Maddalena Cadorin, Italien (25)
6. Giusy Comunale, Italien (30)

Noch eine Rangliste gefällig?

Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli Foto: vh

Das große Angebot an internationalen Turnieren wurde am letzten Tag des DSF durch ein nationales Ranglistenturnier Latein ergänzt. 16 Paare gingen an den Start, wobei vor allem die Bremer Paare die günstige Gelegenheit nutzen, Ranglistenpunkte vor der Haustür zu sammeln. Einen deutlich weiteren Weg hatten die drei Paare aus dem Schwarz-Weiß-Club Pforzheim. Im Finale hieß es 3-2-1: drei Paare aus Bremen, zwei aus Pforzheim und eines aus Münster. Die Plätze auf dem Treppchen verteilten sich auf alle drei Landesverbände. Die Bremer Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli gewannen alle Tänze und setzten sich damit an die Spitze vor David Jenner/Elisabeth Tuigunov aus Münster – Platz zwei in allen Tänzen - und Vladyslav Tsykhanovskyi / Veronika Tsikhanovska aus Pforzheim mit dem ebenfalls eindeutigen dritten Platz. (usr)

DTV-Ranglistenturnier Hauptgruppe Latein
1. Daniel Dingis/Alessia-Allegra Gigli, Grün-Gold-Club Bremen (5)
2. David Jenner/Elisabeth Tuigunov, Die Residenz Münster (10)
3. Vladyslav Tsykhanovskyi / Veronika Tsikhanovska, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim (15)
4. Dimitrii Kalistov/Luna Maria Albanese, Grün-Gold-Club Bremen (23)
5. Andrei Petcu/Eveline Ishchenko, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim (24)
6. Danila Sitovs/Nora Corpas Diaz, Grün-Gold-Club Bremen (28)

Dreifach-Erfolg für junge Rumänen

Tizio Tiago Domingues da Silva/Isabell Zagorje Foto: vh

Drei Kontinente, 47 Paare, fünf Tänze – das waren die „Zutaten“ für das WDSF-Turnier der Jugend Latein am letzten Tag in Bremen. 21 Paare vertraten den DTV, vier Paare kamen aus Moldawien, je drei aus Österreich, Israel und Rumänien. Aus den anderen Ländern waren jeweils ein oder zwei Paare am Start. In der Endrunde fand die internationale Vielfalt ihre Grenzen – alle drei Paare aus Rumänien, dazu noch jeweils eins aus Moldawien, Israel, Österreich und Deutschland. Spätestens in dieser letzten Runde wurde klar, dass die Rumänen Patrick Berbece/Andreea Sturzinschi echte Allrounder sind: Am Freitag hatten sie das Rising-Stars-Turnier Standard klar gewonnen, am Samstag das WDSF-Turnier der Jugend und am Sonntag gewannen sie im Finale alle Lateintänze. Ebenfalls eindeutig war der zweite Platz von Artem Crivenco/Alexandrina Martinova aus Moldawien. Auch sie sind in beiden Sektionen sehr erfolgreich: Im April wurden sie Europameister der Jugend Standard und in Bremen waren sie zweite im WDSF-Jugendturnier Standard. Im Mai hatten sie den dritten Platz auf der EM Jugend Latein belegt.
In diesem Feld konnten Tizio Tiago Domingues da Silva/Isabell Zagorje gut mithalten und erreichten ebenfalls das Treppchen. In der Samba war es noch der vierte Rang, in den weiteren Tänzen stabilisierten sie sich auf dem dritten Platz.

WDSF Open Jugend Latein
1. Patrick Berbece/Andreea Sturzinschi, Rumänien (5)
2. Artem Crivenco/Alexandrina Martinova, Moldawien (10)
3. Tizio Tiago Domingues da Silva/Isabell Zagorje, Grün-Gold-Club Bremen (16)
4. Trusca Ianis David/Nicoras Antonia Zahara, Rumänien (21)
5. Yaniel Grinevich/Eden Gurfinkel, Israel (28,5)
6. Babaian Yelysei/Dobre Irina Ioana, Rumänien (29)
7. Simon Kocherha/Melaniia Petrova, Österreich (30,5)

Sieg mit 55 Einsen

Dimitrii Kalistov/Luna Maria Albanese Foto: vh

Ein übersichtliches und zugleich attraktives Feld brachten 14 Paare der Altersgruppe U 21 auf die Fläche. Zehn Nationen waren am Start, darunter die Ukraine und Deutschland mit jeweils drei Paaren, die anderen acht Nationen jeweils mit einem Paar.

Eindeutig Kurs aufs Treppchen nahmen Dimitrii Kalistov/Luna Maria Albanese, die amtierenden Deutschen Meister dieser Altersgruppe. Ebenso eindeutig fiel das Ergebnis mit 55 Einsen aus – also allen in allen Tänzen.
Mit etwas gemischten Wertungen eroberten Frederik Roostfeldt/Ciara Simone Pirn den zweiten Platz. Das Paar aus Estland hat in diesem Jahr schon zwei weitere U 21-Turniere gewonnen. Im vergangenen Jahr waren sie ebenfalls in Bremen zu Gast und gingen in der Jugend an den Start.
Eine noch recht junge Partnerschaft – erst seit Oktober 2025 zusammen – bilden Ion Bartean/Kamila Novosyolova  und waren in der Hauptgruppe sowie bei den U 21 bisher schon recht erfolgreich. Auch hier waren die Wertungen sehr gemischt, aber der dritte Platz in vier Tänzen reichte zusammen mit dem vierten Platz im Paso für den Bronzerang. (usr)

WDSF Open Latin Under 21
1. Dimitrii Kalistov/Luna Maria Albanese, Grün-Gold-Club Bremen (5)
2. Frederik Roostfeldt/Ciara Simone Pirn, Estland (10)
3. Ion Bartean/Kamila Novosyolova, Moldawien (16)
4. Aleksej Krunic/Michelle Pevzner, Österreich (22)
5. Temirlan Samatuly/Zerip Madikyzy, Kasachstan (22)
6. Romain Pierre Alain Delbreil/Solomiya Muzh, Ukraine (30)

Heimsieg für Bremen bei den Junioren I Latein

Für großen Jubel beim ausrichtenden Grün-Gold-Club Bremen sorgten Amil Behljujevic/Amalija Crepulja im WDSF Open Latin Junior I. Das Bremer Paar präsentierte sich im Finale in bester Form und ließ der Konkurrenz keine Chance. Mit Siegen in allen fünf Tänzen sicherten sie sich souverän den Turniersieg und bauten dabei einen deutlichen Vorsprung auf die Verfolger auf.

Während die Wertungsrichter im Kampf um die weiteren Platzierungen unterschiedliche Akzente setzten, herrschte über den Sieger ebenso Einigkeit wie über den sechsten Platz des Finales. An der Spitze führte aber kein Weg an Amil Behljujevic/Amalija Crepulja vorbei.
Den zweiten Platz und damit die Silbermedaille ertanzten sich die Rumänen Iannis-Andrei Sabie-Cristel/Yelizavieta Klymenko, die sich in einem umkämpften Finale erfolgreich behaupteten.

Insgesamt gingen 26 Paare aus elf Nationen an den Start, auch dieses Feld damit international stark besetzt.

WDSF Open Latin Junior I (26)
1. Amil Behljuljevic/Amalija Crepulja, Grün-Gold-Club Bremen (5)
2. Iannis-Andrei Sabie-Cristel/Yelizvieta Klymenko, Rumänien (13)
3. Nurtugan Samatuly/Inzhu Kaldybek, Kasachstan (16)
4. Sebastian Bier/Elisabeth Wilhelm, Schwarz-Weiß-Club Pforzheim (18)
5. Noam Soyfer/Dana Yushivayev, Israel (23)
6. Evgeni Mrougin/Vera Rjabosapka, Estland (30)

Internationales Turnierdebüt geglückt

Am frühen Sonntagmorgen tanzten die Paare der Junioren II Latein das Parkett warm und nicht nur das. Mit ihren Leistungen heizten sie auch die Stimmung in der Halle 4.1 ordentlich auf. Deutschland stellte mit sechzehn Paaren den Löwenanteil des Startfeldes. 22 weitere Nationen teilten sich auf die verbleibenden 26 Teilnehmer auf. Fünf deutsche Paare waren noch im Semifinale verzeichnet, von denen es eines in die begehrte Schlussrunde schaffte. Nikita Ganopolsky/Emily Sofie Hortmann präsentierten sich zum ersten Mal in einem internationalen Feld. Sie traten souverän auf und tanzten sich mit einer sehr guten Leistung im Finale auf den fünften Platz.

Die Medaillenplätze wurden an die Volksrepublik China und die Ukraine vergeben. Mit allen gewonnenen Tänzen ging DSF-Gold an diesem Morgen an Ziquian Wang/Quiochen Liu. Das Paar tanzt erst seit Juli 2025 zusammen und hatte bei der WM in Wuxi im selben Jahr sofort das Finale erreicht.

WDSF Junioren II Latein (42)
1. Ziquian Wang/Quiochen Liu, P.R. China (5)
2. Yujia Yang/Zikai Quin, P.R. China (10)
3. Danyil Donyk/Victoriia Melnyk, Urkaine  (15)
4. Miras Miyatbek/Aiaru Azamatkyzy, Kazakhstan  (20)
5. Nikita Ganopolsky/Emily Sofie Hortmann, TSC Saltatio Neustadt im TV Mußbach (25)
6. Kristof Klein/Kristina Karabov, Slowakei  (30)

von Gaby Michel-Schuck Uhr

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